Zu Besuch in einer ehemaligen Synagoge

Bildquelle: Schuldekanat Schorndorf
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Die dritte Unterrichtsreihe von „Die Reli-Lehrer“ führt uns in die ehemalige Synagoge in Affaltrach und vermittelt Wissenswertes über ein Gebäude, das 1851 als Synagoge erbaut wurde und auf eine wechselhafte Geschichte zurückblickt. Alle Videos bieten zahlreiche Informationen zum Judentum, orientieren sich dabei aber an den Räumlichkeiten der Synagoge und den Themen der Ausstellung:

Im ersten Video der Serie begrüßt uns Heinz Deininger, Vositzender des Vereins “Freundeskreis ehemalige Synagoge Affaltrach e.V.”, an der ehemalige Synagoge und nimmt uns lebendig mit in die Geschichte des Judentums und dieses geschichtsträchtigen Gebäudes.

Video 1

Im bereitgestellten Arbeitsmaterial erarbeiten die SuS anhand der Informationen im Video und im Arbeitsblatt einige Grundlage des Judentums und die Geschichte der Synagoge in Affaltrach.

Die Videos 2 und 3 führen die Zuschauer in den Betsaal der ehemaligen Synagoge. Video 2 zeigt den Betsaal als solchen und gibt Informationen darüber, wie ein Gottesdienst sowie ein klassischer Sabbat in einer jüdischen Gemeinde abläuft.

Video 3 – Jüdische Kultgegenstände

Video 3 widmet sich ausführlich der Tora sowie den Gebetsriemen (Tefillin) und den Türpfostenschildchen (Mesusa). Tefillin und Mesusa gehen auf eine Weisung im Anschluss an das Sch’ma Israel zurück.

Das Arbeitsblatt beschäftigt sich zunächst allgemein mit der Tora und anschließend mit dem Sch’ma Israel, dem jüdischen Glaubensbekenntnis. Die Schüler lernen den Zusammenhang zwischen den Weisungen der Tora und der Mesusa und den Tefillin kennen.

Normalerweise würde man den Materialkoffer zum Judentum ja gemeinsam mit den Schülern im Unterricht auspacken. Weil das in der Pandemie nicht geht, haben sich die Reli-Lehrer einen Koffer besorgt und packen ihn im vierten Video dieser Unterrichtsreihe aus.

Der Koffer enthält zahlreiche Gegenstände, die für das religiöse Leben im Judentum elementar wichtig sind und vermittelt anhand der gezeigten Gegenstände grundlegendes Wissen über jüdische Feste und Rituale. Zur Weiterarbeit und Ergebnissicherung steht den Schülern ein Quizlet zur Verfügung. Quizlets sind digitale Karteikarten, mit denen die Lerninhalte wiederholt werden können.

Übrigens: Auch in den evang. Schuldekanaten Heilbronn und Öhringen, sowie im kath. RPI Heilbronn gibt es ausleihbar Medienkoffer zum Judentum. Also melden Sie sich gerne, wenn sie diese im Unterricht einsetzten wollen.

“Was muss ich eigentlich beachten, wenn eine jüdische Familie bei mir zu Gast ist?“ – Keine ganz einfache Frage, die Herr Müller da in der Küche der ehemaligen Synagoge Affaltrach stellt. Schließlich gibt es da einiges zu beachten. Das Video erklärt den Begriff koscher sowie die zwei grundlegenden Speisegebote im Judentum.

Weil die Schülerinnen und Schüler beim Thema „Essen“ sicher eigene Traditionen und Bezugspunkte mitbringen, eignet sich das Video besonders zum Einsatz in einem „klassischen“ Unterrichtsarrangement – sofern geeignete Plattformen für eine Videokonferenz zur Verfügung stehen. Das Unterrichtsmaterial enthält eine Powerpoint-Präsentation, die begleitend zum Video in einer Videokonferenz gezeigt werden kann.

Der jüdische Friedhof in Affaltrach

Video: Jüdischer Friedhof

Das Arbeitsblatt greift zuerst die bei den SuS vorhandenen Emotionen bei der Berührung mit dem Thema Tod auf und ruft ihr Vorwissen über Rituale, Bräuche, etc. ab. Es ergänzt sie sachlich durch die des Judentums und führt die Kinder zu einer persönlichen Bewertung: „Was von alle dem (jüdisch und christlich) kann mir in einer Trauersituation helfen?“

Die Rückseite geht anschließend mit Hilfe des Videos noch einmal metaobjektiv an den jüdischen Friedhof heran und eröffnet den Raum für das Gespräch über Symbole, Geschichte, Kultur des europäischen Judentums anhand der Bestattungskultur.

Die Mikwe in der ehemaligen Synagoge

Die Mikwe ist ein Tauchbad, das der rituellen Reinigung dient. Das ist aber nur die schnelle und oberflächliche Betrachtungsweise, denn die Mikwe ist gleichzeitig auch ein sehr altes jüdisches Ritual, in dem eine große Wertschätzung gegenüber der Ressource Wasser zum Ausdruck kommt. Eine Wertschätzung, die viele andere Religionen teilen. Video und Arbeitsblatt stellen zum einen die Mikwe in der ehemaligen Synagoge vor, enthalten aber auch Denkanstöße zu den Themen „Reinheit“ und „Rituale mit Wasser in den Weltreligionen“.

Mit höheren Klassen ist unabhänig von diesem Video auch ein kritischer Umgang mit dem Begriff “Reinheit” im spirituellen Sinne in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit denkbar. Dazu ist beispielsweise der Artikel “Mit mir selbst im Reinen” der SZ Kolumnistin Linda Rachel Sabiers geeignet.

Zur Mikwe gibt es weiteres Unterrichtsmaterial vom Lehrstuhl für Geschichte des jüdischen Volkes
Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg:
http://www.hfjs.eu/md/hfjs/juedische_emanzipation/ue_baden_in_baden_aug16.pdf

Eine jüdische Kindheit zur Zeit des 3. Reichs

Im Jahr 1933 lebten noch 19 Juden in Affaltrach. Das Video stellt zwei jüdische Mädchen vor, die ihre Teenagerjahre zunächst im Affaltrach der 1930er Jahre und nach der Flucht 1939 in England verbrachten. Das Arbeitsblatt richtet den Blick auf die Familiengeschichten der Mädchen und ihre Gefühlswelt in dieser Zeit und ermöglicht auf diese Weise einen emotionalen Zugang zur Thematik.

 

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Herkunft des Materials

Die Reli-Lehrer
Stefan PaulerBernd Müller

Bildungskontext

Verfügbarkeit

Zur nicht kommerziellen Wiederverwendung gekennzeichnet frei zugänglich

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