Körper und Geschlechtlichkeit

“Ein grundlegender Aspekt des menschlichen Daseins liegt in der geschlechtslogischen Aufspaltung menschlicher Existenz in zwei Kategorien von Körpern. Gegenstand dieses Beitrags ist die Entwicklung einer anthropologisch-phänomenologischen Perspektive auf Geschlechtlichkeit, genauer auf Weiblichkeit. Unter
dieser Perspektive betrachtet steht der menschliche Körper als Ausgangspunkt für die gesellschaftliche Konstitution von Geschlecht im Mittelpunkt geschlechtslogischer Betrachtungen. (vgl. Wulf 2009b) Gut eingeführt und geläufig ist indes die umgekehrte Sichtweise respektive die Hypothese der Konstitution von Geschlechtlichkeit im Zuge der Vergesellschaftung des Menschen, von deren Darlegung dieser Beitrag seinen Ausgang nimmt.” (Artikel von Nika Daryan und Anja Kraus, UZPP 1/2013)

Homosexualität und Krankheit

“Jenseits gesellschaftstheoretischer, essentialistischer oder naturwissenschaftlicher Deutungen soll der folgende Beitrag die kulturgeschichtlichen Hintergründe unserer heutigen Zugänge zur Homosexualität zu Verständnis bringen. Dabei zeigt sich gerade der Zusammenhang von Homosexualität und Krankheit als Schlüssel zu wesentlichen epochalen Übergängen der Neuzeit, durch welchen nicht lediglich Homosexualität, sondern ebenso die wissenschaftliche und professionalisierte Medizin als sinngenetische Entwürfe deutlich werden.
Der Zusammenhang von Homosexualität und Krankheit zeichnet sich derart ab als unabgeschlossener und wechselseitiger Prozess der Aufklärung zweier teils gegenläufiger Emanzipationsbewegungen angesichts der Diskriminierungsinstanzen Kirche und Strafrecht.” Andreas Zimmermann, IZPP 1/2012

Subjektivität als Ausdruck von Lebendigkeit

“In einer Gesellschaft, in der Wahrheit mit objektiven Fakten gleichgesetzt wird, verliert das subjektive Erleben des Menschen als primärer Zugang zur Wirklichkeit zunehmend an Bedeutung. Subjektives Erleben aber ist Ausdruck spürbarer Lebendigkeit, so dass diese Entwicklung für den Menschen eine existenzielle Bedrohung darstellt. Medium subjektiven Erlebens ist der Leib, der in einer dualistischen Trennung von Körper und Seele keinen Platz findet und entsprechend auch medizinisch nicht fassbar ist.” (IZPP)

Albert Schweitzers ethische Mystik der Ehrfurcht vor dem Leben

“Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben ist untrennbar mit Religion verbunden. Für Schweitzer resultiert das ethische Denken aus der unhintergehbaren Erfahrung der Verbundenheit aller lebenden Wesen. Diese Erfahrung des ursprünglichen Einssein mit allem Leben ist eine mystische Erfahrung, die sich im Willen zum Leben gründet und den Menschen zur liebend-helfenden Hingabe gegenüber allem Leben aufruft.” (Christian Müller, IZPP)

Was ist “Religion”?

“Der Artikel gibt eine Einführung in unser wissenschaftliches Reden über Religion. Es wird deutlich, vor welche Schwierigkeiten sich die Wissenschaften im Hinblick auf die Bestimmung eines alle Religionen umfassenden, über-historischen Begriffs von Religion gestellt sehen. Denn funktionalistische und substanzialistische Religionstheorien greifen bei der Bestimmung von Religion entweder zu kurz oder zu weit, um daraus einen wissenschaftlich allgemein anerkannten Begriff von Religion in der modernen Kultur gewinnen zu können.” (Joachim Heil, IZPP 1/2010)

Liebe als Medium der Kommunikation

“Der folgende Artikel beschäftigt sich mit Liebe als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium. Die Perspektive, die dabei eingenommen wird, richtet sich auf den zwischenmenschlichen Bereich. Das heißt, Liebe wird nicht als Gefühl, sondern als Medium der Kommunikation behandelt, das erst in der modernen Gesellschaft weitgehende Wirkungen entfaltet und für Liebeskommunikation Möglichkeiten und Grenzen zugleich bereitstellt.” (Benjamin Hintz, IZPP)

Wenn Kindesliebe zum Schulhass wird

” ‘Hass’ ist ein Unthema der Pädagogik, während insbesondere in der Tradition der Reformpädagogik die ‚Liebe‘ zum Kinde tendenziell absolut gesetzt wird. Im vorliegenden Text wird die These vorgestellt, dass Liebe und Hass als zwei Schalen einer Waage vorzustellen sind. Wird die Waagschale ‚Liebe‘ mit immer mehr Gewicht belegt, wird auch die Waagschale ‚Hass‘ immer mehr beschwert. Gerade, weil ‚Hass‘ als Abwehr, als verdrängte Aggression, als reaktiver Hass in einem positiv überhöhten Liebes-Deutungsmuster nicht thematisiert werden darf, wird er sich umso mehr manifestieren. Diese Manifestation äußert sich über den Umweg einer Institutionenkritik an stetigen Formen der Erziehung.” (IZPP)

Gedanken zur Entwicklung einer Streitkultur

“Die „seelische Krankheit Friedlosigkeit“ (C. F. v. Weizsäcker) ist der Ausgangspunkt für die psychologische Begründung einer Streitkultur, die auf Dialog und nicht auf Durchsetzung aufbaut. Intimität und intimer Dialog sind Schlüsselbegriffe zur Formulierung eines „Lernmodell Liebe“ (Cöllen), das einerseits die psychische Funktionalität von Streit betont und andererseits die Konfliktlogik paardynamischer Verflechtungen als Anstoß für ein sinnbezogenes dyadisches Lernen voneinander hervorhebt.” (IZPP)

Die (un)glückliche Liebe

“Lieben macht nicht nur glücklich, sondern kann auch, wovon es in der Literatur genügende Beispiele gibt, zutiefst unglücklich machen. In der Kunst kann der Liebende eine Sprache finden, die nicht nur seine Liebe, sondern auch die mit ihr einhergehende Einsamkeit ausdrückt. Somit nimmt die Kunst etwas von der Schwere des melancholischen Existenzdrucks des Liebenden. Im weiterdenkenden Anschluss an markante Thesen zur Kunst bei Schelling, Nietzsche und Heidegger soll der Bezug zum Liebenden klar gemacht werden. Hierbei wird sich zeigen, dass Kunst und Liebe philosophisch untrennbar miteinander verbunden sind.” (IZPP)
Artikel von Henrik Holm, Universität Rostock, in der Internationalen Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik, Ausgabe 5/2011

Philosophische Sprüche und Weisheiten zur Liebe

“Die Liebe ist nicht nur ein Thema des Alltags, es gibt auch bekannte Philosophen und Publizisten, die sich mit philosophischen Sprüchen dazu äußerten. Der geistliche Philosoph Augustinus von Hippo beschäftigte sich intensiv mit der Liebe; weshalb man heute einige philosophische Zitate von ihm dazu findet. Auch der Philosoph Arthur Schopenhauer oder der Literat Friedrich Schiller: Sie alle hatten die Liebe als philosophisches Thema.”